Leporello Dezember

Ute Morgenroth

Referentin Frauenwerk Flensburg

AMICA heißt nur Freundin –„nur“? Freundin-Sein heißt: Da-Sein, einfach nur Da-Sein, wenn die Not so groß ist. Da-Sein, wie die Freundinnen von Hiob (Hiob 2,11 ff) einfach nur da-sind, da-sitzen … UND: Schweigen! Schweigen, bis Hiob das Schweigen bricht. Respekt vor dem Leid – Respekt vor der Person – sie bleibt Handelnde und Subjekt, wird nicht zum Objekt der Hilfe.

Freundinnen sind dabei notwendig, weil sie wissen, dass sie das Leben der anderen nicht bestimmen, sondern „nur“ begleiten können.

Wie die Frauen von AMICA e.V. es seit über 25 Jahren tun. Sie sind zu Freundinnen von Frauen und ihren Kindern geworden. Sie standen trotz Krieg und Terror an ihrer Seite, hielten aus und stärkten die Frauen.

25 Jahre AMICA = Empowerment von Frauen. Resilienz – wir machen Frauen und Mädchen stark! 25 Jahre – es ist nicht alles gut, aber es war gut, wie Hiobs Freundinnen erstmal einfach da zu sein. Und heute: wach bleiben! Freundinnen bleiben wach – auch nach 25 Jahren.


Jesus bat die Freundinnen flehentlich im Garten Gethsemane: „Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet!“

AMICA heißt „nur“ Freundin … AMICAs sitzen und schweigen – hören zu – bleiben wach und aufrecht stehen und beten für dieses

„MORGEN WAR ALLES GUT!“

Leporello November

von Hella Fabritius

Frauenarbeit Lübeck/Lauenburg

November 1989 – fast alle, die über 50 Jahre alt sind, wissen ziemlich genau, wo sie am Wochenende vom 9. bis 12. November waren. Was sie getan haben, als sie die Nachricht von der Grenzöffnung erreichte. Wir hier in Lübeck–Schlutup haben es noch in lebendiger Erinnerung: So voller Menschen war unser Ort sonst nie, blauer Trabiduft überall, Massen am Postamt, um das „Begrüßungsgeld“ zu bekommen, Gedrängel in den Geschäften, auch am Sonntag. Große Freude vor allem bei den Älteren, die nicht mehr zu hoffen gewagt hatten, dass sie einfach so nach Mecklenburg
fahren können. Unglaublich die Stimmung bei allen, die ankamen und bei denen, die sie herzlich begrüßten, mit Gesang und Geschenken. Und überall das Wort „Wahnsinn“ – noch heute ist mir diese Freude, das fassungslose Staunen in lebhafter Erinnerung. Es ist auch nach so vielen Jahren noch immer nicht ganz selbstverständlich, gen Osten zu fahren.

Und trotzdem, es war nicht alles gut. Zu viele, die ohne Skrupel ihren ganz persönlichen eigenen Vorteil suchten und die auf eine solche Situation nicht vorbereitete Politik – das enttäuschte.

Dennoch war sehr gut, was geschehen ist. Das wünsche ich mir für mein eigenes Leben und mein Handeln:

MORGEN SAGEN ZU KÖNNEN, DASS ES GUT WAR.

Warum nicht?

Bild

Leporello Oktober

Antje Heinrich-Sellering

Frauenarbeit Mecklenburg/Vorpommern

Das Reformationsjubiläum in 2017 war auch ein Anlass, Frauenleben vergangener Zeiten zu erforschen – um mehr von Frauen zu wissen, von ihrem Tun, Denken, Wünschen, Träumen, den Realitäten in ihrem Leben. Sie haben den Lauf der Welt in ihrer Umwelt mitbestimmt und geprägt, waren weitsichtig, klug, sorgend, unbequem. Manchmal gefährdeten sie Leib und Leben und ließen sich trotzdem nicht abhalten.

Margarethe Lachmund war unbedingt Frieden liebend und Frieden stiftend. Im Nationalsozialismus war Nächstenliebe unter „Christenmenschen“ zur Unkenntlichkeit herab gewürgt worden. Unerschrocken trat Lachmund ein für Menschen in Not, unterstützte ihre jüdischen Mitbürger in Anklam, half Verfolgten bei der Flucht aus Deutschland, organisierte Hilfssendungen an deportierte pommersche Juden, wirkte nach Kriegsende mit am Aufbau des Sozialwesens in Greifswald. Im „Kalten Krieg“ redete Margarethe Lachmund gegen Aufrüstung, sprach sich früh aus für Aussöhnung zwischen Ost und West, unterstützte Wehrdienstverweigerer als Beauftragte der Quäker in Westberlin. Ihr Reden und Handeln war herausfordernd – und es war gut. Stets war sie davon überzeugt, dass es wieder gut werden könne.

Das Jahresthema würde ihr sehr gefallen. Sie würde es glauben: „Und siehe: Morgen war alles gut!“

Bibelarbeit zu Genesis 1,1 bis 2,1-3

von Ulrike Koertge

Das Buch Genesis handelt von Anfängen in vielfältiger Form und beginnt mit dem Wort „bereschit“ – „durch einen Anfang“. In Kapitel 1 wird der Anfang des Kosmos beschrieben. Die Adressat*innen des Genesisbuches fühlten sich den Urgewalten der Natur ausgeliefert. Diese werden am Anfang der Schöpfungsgeschichte benannt: „tohuwabohu“ – „Wüste, Leere, Chaos, Urflut, Nacht, Finsternis“ [Vers 2].

Weiterlesen

Leporello zum Jahresthema

Auf den ersten Blick mag unser Jahresthema der Frauenarbeit sperrig wirken, wir finden aber, dass diese Formulierung dazu einlädt, neue Perspektiven einzunehmen und den Blick zu weiten.

Wir wollen Lust machen die unterschiedlichen Facetten dieses spannenden Themas zu entdecken: So ist ein Leporello mit Impulsen von Frauen aus der ganzen Nordkirche entstanden. Wir hoffen, dass es zusammen mit Segen und Gebet inspiration für Andachten und Impulsgeberin für die unterschiedlichsten Gelegenheiten sein kann.

Die Texte gibt es zum Anfang jeden Monats hier zu lesen oder eben immer mit dabei als Leporello. Zu bestellen unter: info@frauenwerk.nordkirche.de