Lebendige Hoffnung

Zeichen des Lebens


Die in den meisten Fällen eher unfreiwillg zu Hause verbrachte Zeit während des Corona-Lockdowns war für manche auch Gelegenheit, ihre Ängste, Sorgen und Hoffnungen kreativ zu verarbeiten. So geschehen bei Monika Schmudde aus dem Frauenwerk Dithmarschen. Sie fasste, was sie bewegte in einen Liedtext. ⬇

Lebendige Hoffnung

Lebendige Hoffnung, Zeichen des Lebens. Das Leben wird heller, ich wage Mut. Jeder Sonntag erzählt von Auferstehung und Freude, mein Leben in Gottes Gegenwart.

1. Doch da ist auch vieles, was zum Himmel schreit. Die Sorgen und Ängste, die Mutlosigkeit. Wenn Unrecht geschieht, Natur und Menschen leiden, unzumutbares Leben zugemutet wird. Menschen fliehen und keine neue Heimat finden, die Sorge um andere, unendlich viel Leid.

Lebendige Hoffnung, Zeichen des Lebens. …

2. Vertrauen ist wie eine zarte Pflanze. Sie braucht gute Pflege und Sorgsamkeit. Jesus wendet sich mir zu aus vollem Herzen. Ich bin würdig, bedeutsam und geliebt. Ich habe Fragen und Zweifel, kann vieles nicht verstehen. Ich ringe um Antworten um das, was geschieht.

Lebendige Hoffnung, Zeichen des Lebens. …

3. Lebendig bist du, Gott. Bei dir kann ich mich zeigen. Bei dir darf ich fühlen, denken, handeln und sein. In meinen starken und schwachen Momenten nimmst du mich ernst und mein Vertrauen wächst. Mit allen Sinnen spüre ich das Leben. Ich kann dich nicht sehen. Dort begegnest du mir.

Bridge: Das Gute wird siegen. Das Böse muss weichen. Ich hör auf mein Herz, was die Liebe mir rät. Verantwortung tragen, ich lass mich bewegen, will mitwirken an dem, was anderen hilft und was trägt.

Lebendige Hoffnung, Zeichen des Lebens. …

4. Dein Geist spricht mich an. Du kommst mir entgegen. Du bringst den Frieden, der Leben schenkt. Du lädst mich ein. Du lässt mich nicht fallen. Du stehst mir zur Seite. Lebendig und nah. Gott, du siehst mich. Ich kann auf dich zählen. Selig, glückselig, im Vertrauen zu dir.

Text und Musik: Monika Schmudde
Hope [Faris Mohammed via Unsplash]

Und diesen Text hat Monika Schmudde dann auch vertont – mit kräftigem Sprechgesang in den Strophen und einer sehr eingängigen Melodie im Refrain. Vielen lieben Dank für’s Teilen! ❤ ☀ ⬇

Lebendige Hoffnung von Monika Schmudde, Frauenwerk Dithmarschen

Mut zu echten Begegnungen

Klappstuhl-Gespräche in Altholstein

von Chantal Schierbecker, Frauenwerk Altholstein


Mein Mut wächst gerade, so wie Wildkräuter und Stauden in meinem Garten wachsen. Mein Mut zu echten Begegnungen wächst. In den vergangenen Wochen führte ich Telefongespräche mit Frauen aus unserem Kirchenkreis oder traf mich per Videokonferenz mit Kolleg*innen. Das war gut so. Nun denke ich – wir sollten einfach mal wieder reden, im direkten Kontakt sein und einander dabei in die Augen sehen. Deshalb haben meine Kollegin, Pastorin Natascha Hilterscheid, und ich ein kleines Format entwickelt – wir nennen es Klappstuhl-Gespräche.

Chantal Schierbecker
[Foto: Roman Jan Szymura]

Die Idee ist einfach. An zwei Wochentagen laden wir abwechselnd ein zum persönlichen Gespräch im Freien mit den Spielregeln: zwei Klappstühle – zwei Personen – zwei Meter Abstand. Wir möchten miteinander in den Gedankenaustausch gehen über das, was bewegt im Innen und Außen und den Themen Raum geben, die gerade für jede Einzelne bedeutsam sind. Unser Jahresthema der Frauenarbeit „Mut wächst“ ist ein Leitfaden für unsere Gespräche. Mut, Mut behalten, Mut gewinnen, Mut wachsen lassen für die Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen.

Die Idee der Klappstuhl-Gespräche wird inzwischen in einigen Gemeinden unseres Kirchenkreises aufgenommen. Wir freuen uns, wenn an vielen Orten Frauen wieder analog miteinander ins Gespräch kommen – und es einen kleinen Hinweis auf uns Ideengeberinnen aus Altholstein gibt. Fruchtbare Gespräche und wachsenden Mut wünsche ich!

„Mut – was ist das?“

Eine Andacht zum Jahresthema

von Julia Jünemann, Frauenarbeit Plön-Segeberg


Eröffnung: Lasst uns Andacht feiern im Namen Gottes, der Kraft, die uns mit Liebe ins Leben gerufen hat, im Namen Jesu Christi, der in Liebe an unserer Seite steht und im Namen der heiligen Geistkraft, die uns jeden Tag neu mit Liebe erfüllen will. Amen.

Lied: Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut, Str. 1-2 [in: Himmel Erde Luft und Meer Nr. 80 od. Gottesklang Nr. 27]

Austausch mit der Postkarte: Mut wächst! Welche Worte mit Mut fallen mir ein? Welches gefällt mir am besten?1

Impuls: Mut – was ist das? Ein Blick in das Herkunftswörterbuch. Mut kommt aus dem Germanischen und steht ursprünglich für nach etwas trachten, heftig verlangen, erregt sein. Das gemeingermanische Wort bezeichnete die triebhaften Gemütsäußerungen und seelischen Erregungszustände und wurde häufig in Sinne von Zorn verwandt. In späteren Zeiten bezeichnete es den Sinn und die wechselnden Gemütszustände der Menschen. Das englische mood erinnert daran: I’m in a good mood; I’m in a bad mood. Die heute vorherrschende Bedeutung Tapferkeit, Kühnheit setzte sich erst seit dem 16. Jh. stärker durch.

Die ursprüngliche Sprachwurzel zeigt uns: Mut ist nichts, was von außen auf uns zu kommt, sodass wir es einfach annehmen könnten. Mut entsteht tief in uns selbst. Mut braucht innere Bewegung. Mut braucht einen Antrieb, ein Ziel, auf das er sich richten kann und mit dem wir innerlich verbunden sind. Dann kann Mut wachsen.

Ein Blick in die Bibel, in der es viele mutige Menschen gibt, aber das Wort Mut nur selten vorkommt. Im zweiten Korintherbrief lesen wir: „Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi, denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.“ (2. Kor. 12,10)

Darin finden wir „guten Mutes“ als eine Haltung in schweren Zeiten. Ich lasse mich nicht unterkriegen, ich habe Hoffnung. Und gleichzeitig drückt sich die Tapferkeit und Stärke aus, die es angesichts von Nöten, Verfolgungen, Ängsten braucht. Der starke Antrieb, das hohe Ziel, mit dem sich der Mut verbindet und aus dem er sich speist, ist die Nähe zu Jesus Christus. Der Mensch, der mit Jesus verbunden ist, weiß, dass sie oder er auf dem richtigen Platz steht und dass es sich lohnt, dafür mutig zu sein.

Ich wünsche uns diesen Mut auch. Ich wünsche uns Geborgenheit in unserem Glauben und tiefe Überzeugung für unsere Werte. Dies sind die Wurzeln für einen Mut, der dann wächst, wenn er gebraucht wird.

Austausch

Lied: Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut, Str. 3-4 [in: Himmel Erde Luft und Meer Nr. 80 od. Gottesklang Nr. 27)

Gebet: Gott, Du hast uns das Leben geschenkt und siehst voller Liebe in unsere Herzen. Wir bitten Dich, schenk uns täglich neuen Mut für unser Leben und die Sorge um die Menschen, die du uns anvertraut hast. Schenk uns Mut, unserer Schuld ins Gesicht zu sehen und sie vor Dich zu bringen, und schenk uns auch den Mut, auf die zuzugehen, die an uns schuldig geworden sind.  

Gott, wir wissen nicht, was der nächste Tag uns bringen wird. Lass uns nicht den Mut verlieren, wenn wir Verluste erleiden und unser vermeintlich sicheres Leben sich dramatisch verändert. Denn auf Dich können wir trauen. In Dir sind die Liebe und die Kraft, und Du versprichst uns Leben in Ewigkeit. Amen.

Segen: So segne uns Gott mit dem Mut, der aus Gottes Liebe erwächst. Amen.


Download:

  1. Bestellung von Postkarten und anderen Materialien zum Jahresthema – siehe Bildrand ➡

Kleine Hausliturgien

Agapemahlfeier für Gründonnerstag und (Oster-) Sonntag

bearbeitet Von Katja Hose und Franziska Pätzold, Frauenwerk der Nordkirche


Brot und Wein
[by Juan Pineda via Pixabay]

Für alle, denen in diesem Jahr die Feier des Tischabendmahls, des Agapemahls o.ä. in ihrer Gemeinde fehlt und für alle, die es einfach mal ausprobieren möchten: Unten auf dieser Seite gibt es als Download eine kleine Liturgie für den „Hausgebrauch“ – eine Agapefeier im Miniformat. Sie kann allein, in der Familie, digital verbunden mit Freund*innen oder einfach als Teil der weltweiten Gemeinschaft der Christ*innen gefeiert werden, die am Abend des Gründonnerstag Jesu letztem Mahl im Kreise seiner Jünger*innen gedenkt.

Wir laden dazu ein, die kleine Hausliturgie am Gründonnerstag um 19 Uhr zu feiern [siehe unten Ablauf 2]. So stellt sich über die geistliche und gedenkende Verbindung auch eine zeitliche ein – zu vielen Menschen in der Nordkirche und darüber hinaus. Wie so viele in dieser Zeit sehnen wir uns nach solcher Gemeinschaft und freuen uns, wenn ihr mit uns geistlich, zeitlich, digital verbunden, Brot und Wein teilt. Und: Wenn ihr mögt, lasst uns an eurer Feier teilhaben. Macht ein Foto von eurem, zum Agapemahl gedeckten Tisch und mailt es an oder teilt es mit uns via Twitter. Dort ist das Frauenwerk zu finden unter mut_waechst. Weitere Informationen dazu gibt es auch unten in den „Kleinen Hausliturgien“.

Behütet
[by Myriam Zilles; via Pixabay]

Wir wünschen euch eine gesegnete Karwoche und einen, vielleicht in diesem Jahr besonders bewussten und festlichen, behüteten Gründonnerstag!

Herzliche Grüße aus dem Frauenwerk der Nordkirche!


Und hier geht’s zum Download:

Großmut – Sanftmut – Übermut

Andacht mit Sprechmotette zum Jahresthema

von der AG Jahresthema, Frauenwerk der Nordkirche


MUT – MUT – MUT – MUT – MUT – MUT – MUT – MUT

Großmut – Langmut – Sanftmut – Hochmut

Schwermut – Anmut – Unmut

Wehmut – Missmut

Wagemut – Freimut – Wankelmut – Übermut

Kampfesmut – Mutprobe

frohgemut – mutlos – mutig

entmutigen – zumuten – ermutigen

MUT – MUT – MUT – MUT – MUT – MUT – MUT – MUT WÄCHST!


Mit der Frauendelegiertenkonferenz der Nordkirche am 31. Januar und 01. Februar 2020 in Ratzeburg startet auch das neue Jahresthema. Dazu entstand eine Andacht mit einer Sprechmotette rund um den MUT.

Den ganzen Text und den Ablauf der Andacht findet ihr unten im Download. Viel Mut zum/ beim Ausprobieren!