3 Fragen – 6 Antworten

Der Landesfrauenrat Schleswig-Holstein

Der Landesfrauenrat Schleswig-Holstein bei der Frauentagsdemo am 8. März.

1. Und siehe – Für welche Themen macht sich der Landesfrauenrat in Schleswig-Holstein stark?

Durch unsere 46 Mitgliedsverbände sind wahrscheinlich alle Themen, die Frauen besonders betreffen, im LandesFrauenRat repräsentiert und so ist es schwer sich auf einige zu reduzieren. Das wichtigste für uns ist, dass alle Entscheidungen, die von Politik, Wirtschaft oder Verwaltung getroffen werden, auf ihre Auswirkungen auf die Lebenswelten von Frauen und Mädchen hin überprüft werden und im Zweifelsfall korrigiert werden. Der LandesFrauenRat legt hier den Finger in die Wunde. Wichtige Themen derzeit sind u.a. die Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen, Frauenaltersarmut, die Geschlechterperspektive in der Digitalisierung oder die Situation von geflüchteten Frauen in Schleswig-Holstein. Aber auch die Antigewaltarbeit, die Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements, geschlechtergerechte Sprache oder die Auseinandersetzung mit antifeministischen Thesen spielen im politischen Alltag des LandesFrauenRates eine große Rolle.

2. War alles – Auf was schaut der Landesfrauenrat (stolz) zurück?

Die mittlerweile fast 70jährige Geschichte des LandesFrauenRates ist sehr bewegt und so sind wir vor allem stolz, dass es den LFR immer noch gibt und das Netzwerk weiterwächst und Frauen aus allen gesellschaftlichen Millieus hier zusammenkommen, um über die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen zu beraten und etwas zu bewegen. In Erinnerung bleiben große Veranstaltung wie zum Jubiläum der Einführung des Frauenwahlrechts im letzten Jahr oder das neue Sexualstrafrecht „nein heißt nein“. Wichtig ist aber, dass es gelungen ist, eine gemeinsame Kultur zu entwickeln, die von gegenseitigen Respekt und Wertschätzung getragen wird, auch wenn man anderer Meinung ist. So können wir gemeinsam noch viel erreichen.

3. Morgen – Was braucht es, aus Sicht des Landesfrauenrates, für eine gute Zukunft?

Seit 70 Jahren sichert uns das Grundgesetz zu, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Leider ist dieses politische Ziel noch lange nicht erreicht. Für eine gute Zukunft müssten Frauen und Männer gleichberechtigt an Entscheidungsprozessen teilhaben. Politik wir nach wie vor von Männern in männlich geprägten Strukturen gemacht. Um dies zu verändern, fordern wir gemeinsam mit vielen anderen Frauenorganisationen eine Wahlrechtsänderung, die zum Ziel hat, dass die Mandate in den Parlamenten und kommunalen Vertretungen zu gleichen Teilen von Frauen und Männern wahrgenommen werden und somit mehr Perspektiven und Argumente in die Entscheidungsprozesse einfließen können. Vor allem aber brauchen wir Mut für wichtige Veränderungen, die unsere Demokratie und unser Zusammenleben stärken.