Seifenblasen …

… im Regen

Von Franziska Pätzold, Frauenwerk der Nordkirche, Rostock


Von MabelAmber

Ein völlig verregneter Septembertag und ich genieße ihn in vollen Zügen, auch als ich mir in der Mittagspause etwas zu essen vom Markt hole und mir der Regen von der Nasenspitze tropft. Jedenfalls diszipliniere ich mich dazu, die mir langsam in die Glieder kriechende, klamme Kühle zu genießen, indem ich mir unentwegt vorbete, wie sehr ich dieses Gefühl, oder jedenfalls doch den Regen, im knochentrockenen August herbeigesehnt habe.

Von Frank M. Rafik

Ein Stückchen weiter die Einkaufsmeile hinauf steht eine junge Frau vor dem „Brunnen der Lebensfreude“ und macht Seifenblasen – die richtig großen aus eimerweise schillernder Seifenlauge mit Stab und Schnur. Die Seifenblasen steigen in die Luft, aber nicht so hoch wie sonst, denn der unablässig prasselnde Regen drückt sie nach unten. Doch schweben sie knapp über die Köpfe der, im genauso unablässig dahinfließenden mittäglich-geschäftigen Strom mitschwimmenden, Passanten und Touristen hinweg, bis sie irgendwann satt und schwer vom Regen zur Erde taumeln und schmatzend auf dem Pflaster zerplatzen.

Um die junge Frau herum ist ein großzügiges Viereck mit Warnhütchen abgegrenzt. Davor steht ein Schild: „Vorsicht Rutschgefahr!“ Trotzdem springen zwei Mädchen lebenslustig und todesmutig (?) in ihren knallbunten Gummistiefeln innerhalb dieses Vierecks umher und jagen juchzend den schlingernden Blasen nach. Und dennoch drängen sich immer wieder graue, murrende Laute des Unmuts über das glitschig, weißschaumige Gemisch aus Seifenlauge und regennassem Pflaster trübend in diese kleine Alltags-Oase sprühender Lebensfreude.

von rihaij

Ach, denke ich und vergesse für einen Moment das Mitschwimmen im Strom, und siehe: morgen war alles gut. Der Regen ist über-, über-, überfällig! Und insgeheim wünsche ich mir, jedem der unbelehrbaren, unverbesserlichen, unbeirrbaren Nörgler würde eine besonders fette, besonders schillernde Seifenblasen direkt auf der Nasenspitze zerplatzen als sprühender Farbennebel und über die Augen ins Herz und mitten ins Leben dringen, um ein bisschen abzufärben.


Und hier gibt es einen wunderschönen, schillernden „Seifenblasen-Song“: WALK THE MOON mit „Aquaman“ [Live from the iHeartRadio Theater]