So ist der Himmel! | Eins

Wolke

Wenn Jesus „emporgehoben“ und von einer Wolke aufgenommen wird, dann ist die Wolke nicht sozusagen der Aufzug, sondern sie ist – wie oft in der Bibel – ein Symbol für Gottes unmittelbare, aber verborgene, verbergende Anwesenheit. Das Symbol der Wolke ist ein Ausdruck dafür, dass Gott nahe und zugleich unerreichbar ist; da und doch nicht zu greifen, zu haben.

Wenn Jesus nun in eine Wolke aufgenommen wird, trifft auf ihn dasselbe zu. Auch wenn er ein historischer Mensch war – scheinbar zu greifen, zu wissen – macht die Wolke deutlich, dass er unergründlich und unfassbar bleibt. Und trifft das nicht eigentlich auf uns alle zu?

Wir meinen, einen Menschen (oder uns selbst) zu kennen und stellen doch immer wieder fest, dass wir im Grunde nichts wissen. Das kann erschrecken, weil wir immer wieder nicht wissen, woran wir nun eigentlich sind. Und doch ist es die Grundlage jeder lebendigen Beziehung: Ich suche dich, ich bin neugierig, ich sehne mich nach dir – ich kann dich nicht haben, aber dich immer wieder neu entdecken.

Wolken, freundlich gestimmt | Foto: Bärbel Rimbach