So ist der Himmel! | Eins

Himmelfahrt

Der biblische Text versucht in bildlicher Sprache etwas zu sagen, was kaum sagbar ist. Dazu werden die Worte „emporgehoben“, „entzogen“, „zum Himmel hinaufgenommen“ benutzt. Die Bilder und Worte versuchen wie in allen anderen Auferstehungsgeschichten auszudrücken, dass Jesus nun nicht mehr Mensch unter Menschen ist, sondern uns auf einer anderen Ebene begegnet. Sie versuchen, die Verwandlung zu beschreiben, die sich mit Jesus und mit seinen Jüngern und Jüngerinnen vollzogen hat.

An Himmelfahrt feiern wir nicht, dass Jesus weggeht, sondern uns in Wirklichkeit viel näher kommt als er das als geschichtlicher Mensch je gekonnt hätte. Denn, wenn er in den Himmel fährt, heißt das doch, dass er nun Raum und Zeit enthoben ist. Er ist jetzt überall – überall wo Himmel ist, wo Gott ist. Er ist immer da, wo sich Himmel oder das Reich Gottes ereignet. Er ist nun nicht mehr nur ein geschichtlicher Mensch, an den wir erinnert werden, sondern ist unmittelbar da, in unseren Herzen, in unseren Gedanken, in unseren Taten, in unserem Reden, in unseren Nächsten, an unserer Seite.

Himmelfahrt ist damit einen Art Schwellenfest. Es markiert den Übergang von Zeit- und Ortsgebundenheit zu einer anderen Präsenz (Weite) und von der Außenorientierung nach Innen (Nähe).

Im Schrevenpark | Kiel | Foto: Güde Hansen