„Mut – was ist das?“

Eine Andacht zum Jahresthema

von Julia Jünemann, Frauenarbeit Plön-Segeberg


Eröffnung: Lasst uns Andacht feiern im Namen Gottes, der Kraft, die uns mit Liebe ins Leben gerufen hat, im Namen Jesu Christi, der in Liebe an unserer Seite steht und im Namen der heiligen Geistkraft, die uns jeden Tag neu mit Liebe erfüllen will. Amen.

Lied: Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut, Str. 1-2 [in: Himmel Erde Luft und Meer Nr. 80 od. Gottesklang Nr. 27]

Austausch mit der Postkarte: Mut wächst! Welche Worte mit Mut fallen mir ein? Welches gefällt mir am besten?1

Impuls: Mut – was ist das? Ein Blick in das Herkunftswörterbuch. Mut kommt aus dem Germanischen und steht ursprünglich für nach etwas trachten, heftig verlangen, erregt sein. Das gemeingermanische Wort bezeichnete die triebhaften Gemütsäußerungen und seelischen Erregungszustände und wurde häufig in Sinne von Zorn verwandt. In späteren Zeiten bezeichnete es den Sinn und die wechselnden Gemütszustände der Menschen. Das englische mood erinnert daran: I’m in a good mood; I’m in a bad mood. Die heute vorherrschende Bedeutung Tapferkeit, Kühnheit setzte sich erst seit dem 16. Jh. stärker durch.

Die ursprüngliche Sprachwurzel zeigt uns: Mut ist nichts, was von außen auf uns zu kommt, sodass wir es einfach annehmen könnten. Mut entsteht tief in uns selbst. Mut braucht innere Bewegung. Mut braucht einen Antrieb, ein Ziel, auf das er sich richten kann und mit dem wir innerlich verbunden sind. Dann kann Mut wachsen.

Ein Blick in die Bibel, in der es viele mutige Menschen gibt, aber das Wort Mut nur selten vorkommt. Im zweiten Korintherbrief lesen wir: „Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi, denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.“ (2. Kor. 12,10)

Darin finden wir „guten Mutes“ als eine Haltung in schweren Zeiten. Ich lasse mich nicht unterkriegen, ich habe Hoffnung. Und gleichzeitig drückt sich die Tapferkeit und Stärke aus, die es angesichts von Nöten, Verfolgungen, Ängsten braucht. Der starke Antrieb, das hohe Ziel, mit dem sich der Mut verbindet und aus dem er sich speist, ist die Nähe zu Jesus Christus. Der Mensch, der mit Jesus verbunden ist, weiß, dass sie oder er auf dem richtigen Platz steht und dass es sich lohnt, dafür mutig zu sein.

Ich wünsche uns diesen Mut auch. Ich wünsche uns Geborgenheit in unserem Glauben und tiefe Überzeugung für unsere Werte. Dies sind die Wurzeln für einen Mut, der dann wächst, wenn er gebraucht wird.

Austausch

Lied: Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut, Str. 3-4 [in: Himmel Erde Luft und Meer Nr. 80 od. Gottesklang Nr. 27)

Gebet: Gott, Du hast uns das Leben geschenkt und siehst voller Liebe in unsere Herzen. Wir bitten Dich, schenk uns täglich neuen Mut für unser Leben und die Sorge um die Menschen, die du uns anvertraut hast. Schenk uns Mut, unserer Schuld ins Gesicht zu sehen und sie vor Dich zu bringen, und schenk uns auch den Mut, auf die zuzugehen, die an uns schuldig geworden sind.  

Gott, wir wissen nicht, was der nächste Tag uns bringen wird. Lass uns nicht den Mut verlieren, wenn wir Verluste erleiden und unser vermeintlich sicheres Leben sich dramatisch verändert. Denn auf Dich können wir trauen. In Dir sind die Liebe und die Kraft, und Du versprichst uns Leben in Ewigkeit. Amen.

Segen: So segne uns Gott mit dem Mut, der aus Gottes Liebe erwächst. Amen.


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