Es war gut! Und jetzt?

Katja Hose

Ich komme auf Paulinchen zurück. Tomaten esse ich schon immer leidenschaftlich gern. Ich kaufe sie mir in der Sommersaison, möglichst in Bio-Qualität und aus der Region. Ich nutze sie für mich, ja!  Paulinchen hat meine Beziehung zu Tomaten verändert. Ich esse sie jetzt etwas anders. Ab und zu denke ich beim Essen an Paulinchen. Sie hat mich ein Stück näher an die Erfahrung herangebracht, dass ich nicht Herrin der Natur (und auch nicht der Gartenkultur) bin, sondern Teil von Gottes Schöpfung. Alles, was Gott geschaffen hat, steht in einem Zusammenhang, ist miteinander in gegenseitiger Abhängigkeit verbunden. Solange wir das nicht wirklich begreifen und spirituell auch leben, werden wir durch alleiniges Einsparen von CO2 die Klimakrise vermutlich nicht abwenden können.

Was ist gut? Dorothee Sölle hat es für mich so auf den Punkt gebracht: Unsere Liebe zu Gott zeigt sich in unserer Liebe zur Schöpfung und zur Erde. Und lieben können wir Gott, weil Gott uns zuerst geliebt hat, und zwar geliebt nicht als Krone der Schöpfung, sondern als ein Teil von ihr, verbunden mit allem und zugleich verantwortlich – und das manchmal weniger durch unser Tun als durch unser Lassen.  Amen.


Ich lade Sie ein diesen wichtigen Aspekt unseres Glaubens mit Worten von Dorothee Sölle zu bekennen. Dieses Bekenntnis, das im Gottesdienst gemeinsam gesprochen wurde, ist abgedruckt in dem Text von Dorothee Sölle, dem diese Predigt insgesamt viel Inspiration verdankt. Zu finden ist er unter: https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/001698.html

Predigt von Katja Hose zu Genesis 1,1-2,3, gehalten in der Sommerpredigtreihe in Heiligengeist am 2. August 2020 in St. Ansgar, Kiel