Rauhe Nächte – Teil 1

Impuls für den 26. Dezember

Die Mutter

„Mir geschehe, wie du gesagt hast.“, sagt Maria zu dem Engel (Lukas 1,38b). Eine junge Frau erfährt, dass sie schwanger ist. Mitten in unsicheren Zeiten. Nichts ist bereit. Aber: Sie macht sich bereit.

Sie sagt „Ja“. Sie vertraut darauf, dass das, was da kommen wird, von Gott her kommt. Mit allem Herzklopfen und aller Beklommenheit: „Ja!“ Mit Zittern und Zagen: „Ja!“ Mit Tränen und Schmerzen: „Ja!“.

Dies ist das Wort, das alles verwandelt. Nicht zuerst draußen, sondern innen. „Ja“ sagen zu dem, was ist – und alles kann sich wandeln. „Ja“ zu dem Platz, an dem ich bin. Zu allem, was ich in mir trage. Zu dem, was mir begegnet.

Nicht alles gefällt mir. Manches mag mir zuwider sein. Und doch: es trägt in sich die Chance, daran zu wachsen und zu reifen. Es birgt eine neue, schöpferische Möglichkeit in sich. Deshalb: „Ja“ – und: „Wozu hast Du mir dies gegeben? Was ist darin die Gabe und die Aufgabe?“.

Mit allem, was von Gott kommt, empfangen wir auch ein Stück von ihm selbst, von seinem Geist: von dem Schöpferischen und Verwandelnden, von dem Heilenden und Versöhnenden. Darum sagen wir „Ja“: um Gott selbst in uns hinein zu lassen. Ihn wirken lassen in und durch uns.

Denn das ist auch wahr: Gott wirkt in und durch uns. Nicht als Strippenzieher auf dem Welttheater. Sondern so, dass er Neues in uns hervor bringt. Sofern wir „Ja“ sagen. Wie Maria.

Mother [by Janko Ferlic via Unsplash]