Rauhe Nächte – Teil 2

Impuls für den 01. Januar

Siehe, ich mache alles neu

Aus dem letzten Buch der Bibel: „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,3-5).

Utopien sind nicht dazu da, uns zu vertrösten. Sondern: uns Luft unter die Flügel zu geben, Aufwind für den neuen Start. Gott wird bei uns wohnen – das ist die Verheißung für das beginnende Jahr. In einer Hütte oder einem Zelt, nicht unbedingt in großen festen Häusern. Dafür geht er mit durch all das, was kommen mag.

Das ist die Erfahrung Israels im Exil: Als der Tempel zerstört war und das Volk in die Verbannung geführt, da zog Gott mit hinaus in die Fremde: nach Babylon, ins „Elend“ – das ist dort, wo man nicht im eigenen Lande ist, sondern in der Fremde. Gott geht mit, zeltet mit seinem Volk. Und diese Gegenwart verändert für die Menschen alles. Noch wird geweint, noch gibt es Schmerz und Tränen. Aber dieses Weinen wird wahrgenommen und eingesammelt. „Sammle meine Tränen in deinen Krug; ohne Zweifel, du zählst sie…“ so betet der Psalm (56,9). Gott sammelt alle Tränen ein und wird daraus etwas Neues machen. Sie werden zum „Salz der Erde“, zum Zeichen der Wandlung.

New [by Aaron Burden via Unsplash]