Rauhe Nächte – Teil 2

Impuls für den 06. Januar

Die Krippe

Ich steh‘ an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring‘ und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel‘ und Mut, nimm alles hin und lass dir’s wohl gefallen.

Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast dich mir zu eigen gar, eh’ ich dich kannt’, erkoren. Eh’ ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden.

Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen; und weil ich nun nichts weiter kann, bleib’ ich anbetend stehen. O dass mein Sinn ein Abgrund wär’ und meine Seel’ ein weites Meer, dass ich dich möchte fassen.

Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: dass ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So lass mich doch dein Kripplein sein; komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden.

Paul Gerhard, 1653 [Evangelisches Gesangbuch 37,1+2+4+9]
Ich steh an deiner Krippen hier, J.S.Bach, Weihnachtsoratorium