Übung zur Gewaltfreien Kommunikation

Von Irene Pabst, Frauenwerk der Nordkirche

GEWALTFREIE KOMMUNIKATION
Andreas Bohnenstengel [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)]

Diese Übung ist in Anlehnung an eine Übung von Miki Kashtan formuliert, die ich in einem Seminar mit Simran K. Wester [Hamburger Institut für Gewaltfreie Kommunikation] kennengelernt habe.

Anleitung zur Übung:

  • Schreibe ein Urteil auf, das Du über eine Person oder eine Gruppe von Personen hast. Erinnere Dich an eine Situation, in der ein Mensch oder mehrere Menschen etwas gesagt oder getan haben, das dieses Urteil in Dir hervorgerufen hat.
  • Frage Dich, was Du an der/ den anderen Person/en verurteilst, das Du Dir selbst nicht erlaubst. Welche Deiner Bedürfnisse sind betroffen und sind nicht erfüllt?
  • Verbinde Dich mit dem oder den Bedürfnissen, die Du gefunden hast. Spüre in Dich hinein, wie es sich anfühlt, wenn sie nicht erfüllt sind. Führe Dir vor Augen, wie wichtig sie Dir sind. Und spüre anschließend in Dich hinein, wie es sich anfühlt, wenn sie erfüllt sind.
  • Richte Deine Aufmerksamkeit wieder auf Dein „Feindbild“. Rufe Dir in Erinnerung, welche Bedürfnisse sich dieser Mensch vermutlich erfüllt, wenn er/ sie sich so verhält.
  • Spüre in Dich hinein, ob es möglich wird, Mitgefühl zu empfinden und Dein Urteil aufzulösen. Wenn nicht, frage Dich selbst, welches Bedürfnis Du Dir erfüllst, wenn Du an Deinem Urteil festhältst und erkunde es.
  • Formuliere eine Bitte an Dich selbst oder an die Person/en, die Du verurteilt hast.
  • Schenke zum Abschluss noch einen Augenblick Deinen Gefühlen Aufmerksamkeit. Welche Gefühle sind am Ende dieses Prozesses in Dir lebendig?

Siehe hierzu auch unter IMPULSE: Feindbilder verwandeln mit Hilfe der Gewaltfreien Kommunikation.