Eine Andacht zum Jahresthema

Und siehe: Morgen war alles gut.

Von Julia Jünemann, Frauenarbeit Plön-Segeberg

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ABLAUF:

Lasst uns diese Andacht feiern im Namen Gottes, der allmächtigen Schöpfungskraft, im Namen Jesu Christi und im Namen der heiligen Geistkraft. Amen.

Liedvorschlag: Mutter Geist [Atem des Lebens, Nr. 298]

Wir werden in dieser Andacht dem aktuellen Zweijahres-Thema der Frauenarbeit in der Nordkirche begegnen. Es hat sich zunächst einmal in ein Puzzle aufgelöst…

Aktion: Puzzleteile verteilen./ Jede liest ihr Teil vor./ Spontane Gedanken?/ Ordnen der Puzzleteile/ Austausch./ Teile anders zusammenlegen?/ Austausch.

Ich möchte das Thema in drei Zeitebenen mit euch betrachten.

UND SIEHE: WAR ALLES GUT. [Puzzleteile türkis, gelb u. blau zeigen.]:

Die Sätze führen uns weit in die Vergangenheit, an den Anfang der Bibel, in die Schöpfungsgeschichte. Da ist zu Anfang die Rede von Chaos, Wüste, Dunkelheit. Gott trennt Licht von Dunkelheit, Wasser über der Erde von dem Wasser auf der Erde, Erde von Wasser. Erst in dieser geordneten Umwelt können die ersten Pflanzen und Frucht tragenden Bäume auf der Erde wachsen. Danach folgt wieder ein ordnendes Geschehen. Gott trennt Tag und Nacht mit den jeweils eigenen Lichtern am Himmel. Inzwischen sind vier Schöpfungstage vergangen.

Am fünften Tag lässt Gott die Tiere im Wasser und die Vögel ins Leben kommen; am sechsten Tag die Tiere auf der Erde: Vieh, Kriechtiere, das Wild. Am gleichen Tag schafft Gott auch den weiblichen und männlichen Menschen – als göttliches Bild. Und wieder schafft Gott Ordnung, indem Gott den Tieren und Menschen ihre Nahrung zuweist: den Tieren das grüne Gewächs und den Menschen die samentragenden Pflanzen und die Bäume mit ihren Früchten. Die Menschen erhalten einen besonderen Auftrag: Sie sollen die Erde bevölkern und über das Getier herrschen. Wie Gott sollen die Menschen Ordnung schaffen und den chaotischen Mächten entgegenwirken. Am Ende der ersten fünf Schöpfungstage heißt es: „Und Gott sah: Ja, es war gut.“

Am Abend des sechsten Tages aber, als die Schöpfung vollendet ist, lesen wir: „Und Gott sah alles, was Gott gemacht hatte. Sieh hin, es ist sehr gut.“ Es wird also nicht nur das Werk des einzelnen Schöpfungstages betrachtet, sondern die gesamte Schöpfung mit allen ihren Facetten und der guten Ordnung. Erst jetzt ist es nicht nur gut, sondern sehr gut. Und Gott hat jetzt ein Gegenüber, die Menschen. Gott schaut nicht mehr allein auf die Schöpfung und sieht, sondern wir lesen die Aufforderung: Sieh hin!

Untrennbar zum Werk der Schöpfung dazu gehört der siebente Tag, an dem Gott von dem getanen Werk ausruht. In der Bibel in gerechter Sprache heißt es: „Denn an ihm ruht sie – die göttliche Schöpfungskraftvon all ihrem Werk, das Gott geschaffen hat, um zu wirken.“ Und auch wenn das Leben auf der Erde sich in Jahrtausenden vermehrt und verändert hat – sie wirkt bis heute.

Liedvorschlag: Wechselnde Pfade [Erdentöne – Himmelsklang. Neue geistliche Lieder, Nr. 109]

UND SIEHE: GUT. [Puzzleteile türkis u. gelb zeigen.]:

Ich habe das WAR jetzt heraus genommen – Und siehe: Gut. „Gottes Schöpfung ist sehr gut.“, hieß das Motto des Weltgebetstags 2018. Der Gottesdienst basierte auf der Schöpfungsgeschichte. Die Frauen aus dem Partnerland Surinam haben uns aufgerufen, jetzt und hier hinzusehen auf das, was in unserer Welt sehr gut ist; uns davon beglücken zu lassen, dankbar zu sein und uns aus der Verbundenheit mit der Schöpfung in die Verantwortung für sie nehmen zu lassen. „Alles“ ist nicht mehr so gut, wie es noch am siebten Schöpfungstag war. Wir leben im „Morgen“ nach der Schöpfung. Aber immer noch können wir die gute Ordnung in dem Schöpfungsgeschehen Gottes und die unglaubliche Schönheit der Welt spüren. Ich möchte euch diese Karte schenken und euch einladen, sie bei euch zu haben als Erinnerung daran, dass wir uns an jedem Tag beglücken lassen können von der Schöpfung um uns herum.

Aktion: Postkarten zum Jahresthema verteilen.

Liedvorschlag: Wechselnde Pfade [s. o.]

MORGEN WAR ALLES GUT. [Puzzleteile pink, gelb u. blau zeigen.]:

Morgen war alles gut… Hier wird mit zeitlichen Dimensionen gespielt. „Das hakt“ sagen manche. Die Arbeitsgruppe, die das Jahresthema entwickelt hat, bewegte folgendes Zitat von Ada Ehmler: „….das Heute so zu gestalten, dass ich auch morgen noch damit leben kann.“ Ich höre auch Hoffnung. Die Hoffnung darauf, dass ich morgen zurück schauen und sagen kann: Es war alles gut. Dass ich dann sehen kann: Gut war auch das, was ich heute nicht verstehe oder sehr schwer finde. Dazu ein Bibelwort mit verschiedenen Zeitebenen aus dem 139. Psalm: „Noch unfertig erblickten dich meine Augen. In dein Buch waren sie alle geschrieben, die Tage, die schon vorgebildet waren, als noch nicht einer von ihnen war.“ [Ps 139,16]

Etwas von dieser Hoffnung und von der Verbindung unterschiedlicher Zeitebenen schwingt im Schluss des Buches Deutschland, ein Wandermärchen von Magdalena Bössen. Die junge Frau ist mit dem Fahrrad durch Deutschland gefahren. Gegen Kost und Logis hat sie an vielen Orten Abende mit Gedichten gestaltet. Als sie wieder zurück ist und auf ihre Reise zurückblickt, hat sie gerade geheiratet und beginnt zu ahnen, dass es wohl auch irgendwann ein Kind für sie geben könnte. Sie kann es in diesem Moment körperlich fühlen und beginnt, mit dem Kind zu sprechen. Sie beschreibt ihm die lange Kette von Vorfahren und Nachfahren, von denen sie beide ein Teil sind. Aus allem, was in ihr ist und sie ausmacht, so verspricht sie, will sie eine Zukunft für ihr Kind bauen und bittet gleichzeitig ihr Kind, Heimat für die zu erschaffen, die nach ihm kommen. Sie sagt: „Damit erschaffst du Heimat für dich und mich. Denn das Ende der Kette ist ihr Anfang. Anders kann es nicht sein.“ 1

Und siehe: Morgen war alles gut. Vielleicht mögt ihr die zweite Postkarte nehmen und sie an euch selbst schreiben mit einem Gedanken, dem ihr in dieser Andacht begegnet seid und den ihr euch aufbewahren wollt.

Aktion: Postkarten zum Jahresthema verteilen./ Austausch.

Liedvorschlag: Vertraut den neuen Wegen [Evangelisches Gesangbuch, Nr. 395,3]

Segen: „Möge die Wärme der Sonne dich jeden Tag durchdringen. Möge das Licht des Mondes dich jede Nacht liebkosen. Mögen die Arme Gottes dich immer halten, mit Liebe segnen, in Frieden bewahren. Amen.“ 2

Quellen:

1 Anna Magdalena Bössen: Deutschland, ein Wandermärchen; Ludwig Verlag 2/2016.

2 Ruth Burgess: Irische Segen für heute; Kreuz Verlag 2003.

INFO:

Bestellung von Puzzle und Postkarten zum Jahresthema: siehe rechter Seitenrand!