Wo Mut wächst…

Ausgabe Eins

zusammengestellt Von Franziska Pätzold, Frauenwerk der Nordkirche


Dieser Tage flattern mir von allen Seiten digitale Mut- und Hoffnungsbotschaften ins Haus – aus den Frauenarbeiten und -werken und den Kirchenkreisen der Nordkirche. Unten gibt es eine erste Auswahl zum Mitfreuen, Hoffen, Mutig-sein und Sich-trösten-lassen.

StreetArt in Altholstein

StreetArt aus dem Frauenwerk Altholstein
Chantal Schierbecker, Frauenwerk Altholstein

Chantal Schierbecker schreibt dazu: „Vor dem Haus einer Freundin malten die Kinder mit Straßenkreide einen Regenbogen auf den Bürgersteig, um Menschen glücklich zu machen. Diese tolle Idee haben meine Töchter und ich aufgegriffen, wir wollten unsere Nachbarschaft aufmuntern, natürlich mit dem Jahresthema der Frauenarbeit „Mut wächst – bleibt gesund!“

WallArt in Rendsburg-Eckernförde

Claudia Heynen, Pastorin an St. Jürgen in Rendsburg, beschreibt Wände von kirchlichen Gebäuden…
…mit Bibelzitaten! #wort_tat #WallArtRendsburg 🙂

Claudia Heynen schreibt dazu: „Dieses Bibelwort steht seit gestern – mit Kreide angeschrieben – an einem unserer kirchlichen Gebäude. Es ist Teil einer kleinen Aktion mit Bibel- und Segensworten auf unseren Gebäuden, mit denen wir in St. Jürgen den Menschen in unsere analogen und virtuellen Nachbarschaft Mut und Hoffnung machen wollen. Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, findet davon auch dort immer mehr Spuren unter #wort_tat. Die St. Jürgener Wort-Taten sind im Übrigen auch bei einem Spaziergang durch die Ahlmannstraße zu sehen, zumindest erstmal solange, wie weiter die Sonne scheint, denn Kreide und Wasser vertragen sich nicht so gut.“

In Schleswig-Flensburg ist nicht alles abgesagt…

… und noch mehr Mut-machendes und Tröstliches aus dem Regionalzentrum des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg!

Vielen Dank! Tut gut, sieht gut aus und macht Mut!! 🙂

Andacht am Sonntag Lätare

„Bleiben Sie gesund!“

Von Susanne Sengstock, Frauenwerk der Nordkirche


Hier die Andacht zum Nachhören:

„Bleiben Sie gesund!“ – Andacht von Susanne Sengstock

„Bleiben Sie gesund!“ – „Bleiben Sie behütet!“

Susanne Sengstock, Leiterin des Frauenwerks der Nordkirche

„Bleiben Sie gesund“, so beenden derzeit etliche Moderator*innen ihre Sendungen, nachdem sie ausführlich über die immense Ausbreitung des Corona-Virus berichtet haben. Der Wunsch ist nett und gut gemeint, klingt aber auch sehr skurril in meinen Ohren. Im kirchlichen Raum werden Mails jetzt oft mit „Bleiben Sie behütet“ beendet. Hinter diesem Wunsch steht ein Gottesbild von einem gütigen Gott, der uns umfängt, behütet, uns in allen Situationen des Lebens beisteht. Kirchlich engagierte Menschen geben mit dieser und anderen Formeln ihrem Glauben Ausdruck und wollen damit anderen Menschen Mut zusprechen. Viele Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche erwarten in Zeiten wie diesen ja auch und vor allem von Kirche Zuspruch und tröstliche Worte. Ich merke, auch mir kommen solche Wünsche über die Lippen und gleichzeitig sträubt sich etwas in mir. Religiöse Formeln, Voten, Segensworte, geprägte und überlieferte Gebete gehören auch zu meiner Frömmigkeit, aber was, wenn ich nicht gesund bleibe, z. B. weil ich schon jetzt gar nicht gesund bin? Und: Passt das Behütetbleiben eigentlich zu meinem jetzigen Gottesbild, das ja immer wieder in Bewegung gerät?

Die Wirksamkeit der Gotteskraft

Ich liebe es, mich mit biblischen Texten und biblischen Wörtern auseinanderzusetzen. Ein solches Wort ist das griechische dynamis, das im Neuen Testament eine große Rolle spielt. Dynamis heißt so viel wie Kraft, Energie, göttliche Dynamik. In den Heilungsgeschichten der Evangelien beschreibt dynamis die Wirksamkeit der Gotteskraft. Es ist eine Gotteskraft, die bewegt und aufrichtet. Ein anderes wichtiges Wort in den Heilungsgeschichten ist sozein. Übersetzt heißt es gesund machen, aber auch heilen, retten, in die Gottesbeziehung hineinnehmen. In den meisten deutschen Bibelausgaben wird das Wort gesund machen genommen. Jesus macht Menschen auf Grund ihres Glaubens wieder gesund. Was aber ist mit Menschen damals und heute und morgen, die trotz Glauben und Vertrauen krank werden und nicht gesunden? Haben die zu wenig geglaubt, falsch gebetet, ist da nicht genügend Fürbitte von anderen gekommen?  Die Neutestamentlerin Ulrike Metternich warnt davor, sozein nur auf das individuelle körperliche Gesundwerden zu beziehen. Sozein meint vielmehr: Gottes Nähe, Gotteskraft in einer gottlosen Zeit zu spüren, eine Kraft, die etwas mit mir macht, darum geht es.

Ferdinand Hodler, Valentine Godé-Darel im Krankenbett

Biblische Geschichten sind Kollektiv-Texte

Die Heilungsgeschichten des Neuen Testaments sind in einer Krisenzeit aufgeschrieben worden. Ein Krieg war vorbei, ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung tot, viele geflohen, in Kriegsgefangenschaft oder versklavt. Nicht nur Jesus starb am Kreuz, viele andere Menschen wurden mit dieser Hinrichtungsmethode ebenso umgebracht. Mit diesen Erfahrungen hörten, schrieben und lasen Menschen die Heilungsgeschichten und bezogen das, was geschah, auch auf sich und auf ihre Gemeinschaft. Biblische Geschichten sind für mich nie nur individualistisch zu lesen und zu verstehen. Sie sind Kollektiv-Texte, die theologische und politische Inhalte haben. Inmitten des Elends ist Gott erfahrbar, Gotteskraft erzählbar. Durch die Erzählungen werden immer mehr Menschen hineingenommen in die Gottesbeziehung, die Gemeinschaft als solche erfährt Gotteskraft, die aufrichtet. Das ist ein Reden und Denken von Gott, das mich heute anspricht. Da steckt Dynamik drin.

Ostern als Fest des dynamis-Geschehens

Wenn ich in diesen Tagen sehe, wie es knospt und zu blühen beginnt oder wenn ich erklärt bekomme, wie der menschliche Körper Antikörper entwickelt und dann Viren ausschalten kann, dann kann ich Gott nicht böse sein, dass die Welt gerade so ist, wie sie ist. Dann komme ich vielmehr ins Staunen. Ich glaube, dass Gott auf dieser Welt gemeinsam mit uns Menschen und dem mehr-als-Menschlichen unterwegs ist, und zwar sehr dynamisch. Wenn Menschen krank werden (und schlimmsten Falls auch nicht gesunden), dann liegt das nicht daran, dass sie zu wenig geglaubt, falsch gebetet oder zu wenig Fürbitte hatten. Ich glaube auch nicht an einen Gott, der/die mit Krankheit straft. Auch wenn Menschen über alle Zeiten hinweg sich so Leid erklärten und erklären und dies ebenfalls in biblischen Texte festgehalten haben. Doch für heute merke ich: Berichte von Menschen, die erzählen, dass und wie sie Gottes Nähe erfahren haben, berühren mich sehr und sprechen mich mehr an als tröstende Worte und gutgemeinte Wünsche. Deshalb möchte ich sensibel und aufmerksam bleiben für die Erfahrung, dass sich die Wirkkraft Gottes ausbreitet, wenn Menschen auf sie vertrauen, von ihr erzählen – ganz unabhängig davon ob sie gesund, krank, fromm, groß, klein oder sonst was sind – in diesen und auch in anderen Zeiten. Theologisch gesprochen ist das, was dabei geschieht, Auferstehung. Vielleicht wird Ostern, das Fest der Auferstehung, mir dieses Jahr als Fest des dynamis-Geschehens besonders in Erinnerung bleiben, nämlich dann, wenn die dynamis spürbar politisch und gemeinschaftlich heilsam wirken kann. Das wäre schön.

Mutmach-Lied im März

Galerie

Die jüdisch-israelische Sängerin Noa ist eine Naturgewalt – im positiven Sinne (nicht im Corona-Sinne). Sie hat eine Power und Ausstrahlung, die bewegt und mitreißt. Von ihr kommt das dringend benötigte Mut-mach-Lied im März – eine Version des Beatles Klassikers „We can work it out“. Weiterlesen

Großmut – Sanftmut – Übermut

Andacht mit Sprechmotette zum Jahresthema

von der AG Jahresthema, Frauenwerk der Nordkirche


MUT – MUT – MUT – MUT – MUT – MUT – MUT – MUT

Großmut – Langmut – Sanftmut – Hochmut

Schwermut – Anmut – Unmut

Wehmut – Missmut

Wagemut – Freimut – Wankelmut – Übermut

Kampfesmut – Mutprobe

frohgemut – mutlos – mutig

entmutigen – zumuten – ermutigen

MUT – MUT – MUT – MUT – MUT – MUT – MUT – MUT WÄCHST!


Mit der Frauendelegiertenkonferenz der Nordkirche am 31. Januar und 01. Februar 2020 in Ratzeburg startet auch das neue Jahresthema. Dazu entstand eine Andacht mit einer Sprechmotette rund um den MUT.

Den ganzen Text und den Ablauf der Andacht findet ihr unten im Download. Viel Mut zum/ beim Ausprobieren!

Das neue Jahresthema ist da!

Mut wächst

Von Franziska Pätzold, Frauenwerk der Nordkirche

Material zum Jahresthema

Auf der Frauendelegiertenkonferenz am 01. Februar in Ratzeburg wird es vorgestellt – das neue Jahresthema der Frauenarbeit in der Nordkirche 2020/ 2021.

Und ab sofort gibt es auch hier auf dem Blog wieder Neuigkeiten, Geschichten, Impulse und Materialien rund um „Mut wächst„.

Abonniert doch gerne den Newsletter, um keinen Beitrag mehr zu verpassen und auch die druckfrischen Materialien (Plakate, Postkarten, Klappkarten, Sticker) zum Jahresthema könnt ihr ab sofort bestellen. Infos zu beidem in der Seitenleiste rechts.

Und siehe: Morgen war alles gut

Einführung in das Jahresthema der Frauenarbeit in der Nordkirche 2018/2019

Von Flora Mennicken, Frauenwerk der Nordkirche

In einem kreativen Prozess mit den Kolleginnen aus den Kirchenkreisen und der Landeskirche ist das Jahresthema für die Frauenarbeit in der Nordkirche 2018/2019 entstanden:

Und siehe: Morgen war alles gut.

Wir tragen zusammen, was uns und die Welt bewegt, und verbinden dies mit unserer biblischen Tradition. Nach dem großen Reformationsjubiläum 2017 wirken die vielen beeindruckenden Frauen aus der Wander- Ausstellung „… von gar nicht abschätzbarer Bedeutung“ noch in uns nach. Sie bestärken uns darin, den Herausforderungen in unserer Zeit zu begegnen, aktiv zu werden über Grenzen hinweg, Verantwortung zu übernehmen. Wenn möglich, eine Stimme gegen Verzweiflung und Pessimismus zu sein.

So sagte es auch Ada Ehmler:„Ich will versuchen das Heute so zu gestalten, dass ich auch morgen noch damit leben kann.“ Mit diesen Worten im Hinterkopf sind wir losgegangen, waren kreativ und künstlerisch unterwegs. Verspielt und ernst auf der Suche nach dem speziellen Etwas. Uns war klar: Jetzt ist die Zeit, etwas zu tun! Care-Krise, Klimawandel, Armut und soziale Ungerechtigkeit, Selbstbestimmung – so viele Themen liegen vor uns. Ein Blick also in eine Zukunft voller Probleme? Unser Blick geht auch zu den Ideen, Träumen, Wünsche und Lösungen.

„Alles gut“ – Eine Verheißung, die kommt, aber auch schon ist. Die uns jetzt die Kraft gibt, wirksam zu werden.

„Alles gut“- -Eine Zusage, die zeigt, dass wir manches erst im Nachhinein erkennen.

„Alles gut“ – Eine Aufforderung, die dazu bewegt, uns und unseren Lebensstil kritisch zu hinterfragen. Herauszufinden, was ein gutes Leben im globalen Kontext heißen kann, und loszulegen.

Es ist alles andere als einfach, Zukunft zu gestalten und im Hier und Jetzt anzusetzen. Es ist eben nicht alles glatt. So stößt auch „unsere“ Formulierung an, macht nachdenklich und stößt zum Weiterdenken an.

Zwei Jahre wird das Jahresthema uns begleiten. Wir sind gespannt, was alles damit passiert. Schon jetzt gibt es ein Puzzle, Plakate und Postkarten, um das Thema ins Gespräch zu bringen. Auch ein Leporello mit neuen Impulsen für jeden Monat des Jahres, Liedtexten und einem Segen zusammengetragen von vielfältigen Frauen aus der Nordkirche, ist mit dabei.

Und immer wieder entsteht Neues, wenn wir fragen: Wie wird es gut? Vorbeischauen lohnt sich also. Wir freuen uns auf einen interaktiven Prozess. Anregungen, weitere Ideen oder Materialien nehmen wir hier gern auf.

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