Leporello Oktober

Antje Heinrich-Sellering

Frauenarbeit Mecklenburg/Vorpommern

Das Reformationsjubiläum in 2017 war auch ein Anlass, Frauenleben vergangener Zeiten zu erforschen – um mehr von Frauen zu wissen, von ihrem Tun, Denken, Wünschen, Träumen, den Realitäten in ihrem Leben. Sie haben den Lauf der Welt in ihrer Umwelt mitbestimmt und geprägt, waren weitsichtig, klug, sorgend, unbequem. Manchmal gefährdeten sie Leib und Leben und ließen sich trotzdem nicht abhalten.

Margarethe Lachmund war unbedingt Frieden liebend und Frieden stiftend. Im Nationalsozialismus war Nächstenliebe unter „Christenmenschen“ zur Unkenntlichkeit herab gewürgt worden. Unerschrocken trat Lachmund ein für Menschen in Not, unterstützte ihre jüdischen Mitbürger in Anklam, half Verfolgten bei der Flucht aus Deutschland, organisierte Hilfssendungen an deportierte pommersche Juden, wirkte nach Kriegsende mit am Aufbau des Sozialwesens in Greifswald. Im „Kalten Krieg“ redete Margarethe Lachmund gegen Aufrüstung, sprach sich früh aus für Aussöhnung zwischen Ost und West, unterstützte Wehrdienstverweigerer als Beauftragte der Quäker in Westberlin. Ihr Reden und Handeln war herausfordernd – und es war gut. Stets war sie davon überzeugt, dass es wieder gut werden könne.

Das Jahresthema würde ihr sehr gefallen. Sie würde es glauben: „Und siehe: Morgen war alles gut!“