Fermentierte Küchenabfälle vererden

Bokashi mit Pflanzenkohle – Teil 2

von Dr. Inga Hillig-Stöven, Projektkoordinatorin


Nach etwa 2-4 Wochen Lagerung bei ca. 20 Grad ist der Bokashi gereift (längere Lagerzeiten im Eimer sind kein Problem). Die fermentierten Küchenabfälle können nun in die Erde gegeben werden, damit ihre Nährstoffe vom Boden aufgenommen werden und Humus gebildet werden kann. Der in den Abfällen/ in der Pflanzenkohle enthaltene Kohlenstoff kann so im Boden gebunden werden.

Der weißliche Belag ist das Myzel der Hefen, die sich im Bokashi vermehrt haben. Der Bokashi riecht säuerlich (ähnlich wie Sauerkraut). Sollte er stark faulig stinken, sind die Abfälle nicht fermentiert sondern verdorben, dann bitte nicht vererden.

Um den Bokashi in den Boden zu geben, wird eine Furche spatentief ausgehoben und der Bokashi darin verteilt. Der Bokashi hat einen sauren pH-Gehalt.

Wichtig! Zarte Pflanzenwurzeln können durch den sauren Bokashi beschädigt werden, daher den Bokashi nicht direkt an der Pflanze ausbringen, sondern mit etwa 10 cm Abstand. Die Mikroorganismen und Regenwürmer im Boden verwerten die Abfälle und verteilen sie im Boden, so dass die Pflanzenwurzeln sie dann aufnehmen können.

alle Fotos von Inga Hillig-Stöven

Die fermentierten Küchenabfälle müssen im Anschluss wieder mit Erde bedeckt werden. Im Herbst/ Winter den Boden gerne zusätzlich mit Blättern bedecken. Sie können den Bokashi auch kreisförmig an einzelnen Punkten im Gartenboden einbringen. Das Vererden der Küchenabfälle ist abhängig von der Temperatur und dauert nur wenige Wochen. Den Eimer sollten sie nicht reinigen, um die darin noch enthaltenen Milchsäurebakterien und Hefen für Ihre nächsten Küchenabfälle zu nutzen.

Es ist ein sehr schönes Gefühl, die unter viel CO2-Einsatz produzierten und transportierten Lebensmittel/ Lebensmittelreste so zu nutzen, dass ich sie meinem Boden zurückgeben kann und aktiv Kohlenstoff im Boden gebunden wird. Mein Boden wird dadurch fruchtbarer und ich trete in kleinen Schritten dem Klimawandel entgegen und helfe den CO2-Gehalt in der Atmosphäre zu senken.

Küchenabfälle konservieren – Humus aufbauen

Bokashi mit Pflanzenkohle – Teil 1

von Dr. Inga Hillig-Stöven, Projektkoordinatorin


In diesem Beitrag stelle ich vor, wie einfach Küchenabfälle so konserviert werden können,
dass sie wiederverwertet und dem Boden zurückgeführt werden können, um Humus aufzubauen. Dazu benötigt frau ein Gefäß, das luftdicht verschlossen werden kann. Ich habe einen 5l Eimer wiederverwertet, in dem Sahne verkauft wurde.

Und Küchenabfälle jeglicher Art: zerkleinerte Gemüse- und Obstschalen, aber auch gekochte Reste aus Milch-, Fleisch- und Fischgerichten, Kaffee- und Teesatz.
Nicht verwenden sollten Sie: verschimmelte Nahrung, Eierschalen und Knochen.

Das Ziel ist es, die Küchenabfälle zu fermentieren und somit zu konservieren, damit die darin enthaltenen Nährstoffe erhalten bleiben und sie nach der Fermentation wieder dem Boden zugefügt werden können.
Diese Fermentation wird angeregt, wenn man die Küchenabfälle mit einem Becher Joghurt, etwas Natursauerteig, Brottrunk oder milchsauergegorenem Sauerkrautsaft „impft“.
Die Bakterien und Hefen mögen gerne Zuckerhaltiges. Zu Beginn der Fermentation also z.B. etwas Zuckerrübensirup (1-2 EL) dazugeben. Entscheidend ist nun, dass das Gefäß Luftdicht verschlossen wird.

2-3 Tage sollte das Gefäß bei mindestens 20-25 Grad Celsius gelagert werden, um das Wachstum der Milchsäurebakterien und Hefen zu unterstützen. Direkte starke Sonneneinstrahlung mögen die Mikroorganismen nicht. Wenn sie kälter gelagert werden, verlängert sich die Fermentationsdauer.

alle Fotos von Inga Hillig-Stöven

Sie können den Bokashi stetig mit neuen Küchenabfällen befüllen. Zu 20% sollte auch Pflanzenkohle in den Bokashi geschichtet werden. Achten Sie darauf, die Küchenabfälle und die Pflanzenkohle im Gefäß zu verdichten, um kleine Lufteinschlüsse zu vermeiden. Die Pflanzenkohle kann selbst hergestellt oder gekauft werden. Sie ist zum einen wichtig, damit die entstehenden, sehr fruchtbaren Sickersäfte aufgesogen werden. Zum anderen ist in der Pflanzenkohle sehr viel Kohlenstoff gespeichert. Bei der Vererdung des Bokashis ensteht so sehr wertvoller Humus.

Der vollständig gefüllte Bokashi-Eimer muss 2-4 Wochen unter Ausschluss von Sauerstoff reifen. Der gechlossene Eimer riecht neutral. Der Inhalt soll säuerlich (ähnlich wie Sauerkraut) riechen. In einem nächsten Beitrag zeige ich Ihnen dann, worauf frau achten muss, wenn der Inhalt des Bokashi-Eimers vererdet werden soll.


Bunt sind schon die Gärten….

Wohin mit dem Laub?

von Dr. Inga Hillig-Stöven, Projektkoordinatorin


Haben Sie auch so viele Blätter? In diesem Jahr haben die Bäume ihre Blätter aufgrund des stürmischen Wetters zügig verloren. Wohin damit?

Verwenden Sie die Blätter doch zum Mulchen bzw. Abdecken Ihrer Beete. So wird verhindert, dass der Boden im Winter vernässt oder tief durchfriert. Er wird zusätzlich vor Erosion geschützt und aus dem verottenden Laub bildet sich wertvoller Humus.

Mut wächst – Klimabewusstsein erden

Eine Initiative für Saatgut-Vielfalt und mehr…

AG Klima, Frauenarbeit in der Nordkirche


Saatgut-Tütchen
[Foto von Claudia Niklas-Reeps,
Frauenwerk Schleswig-Flensburg]

Die Frauenarbeit in der Nordkirche hat eine Initiative zur Rettung von Saatgut-Sorten gestartet. Unter dem Titel „Mut wächst – Klimabewusstsein erden“ rufen das Frauenwerk der Nordkirche und mehrere Frauenwerke in den Kirchenkreisen dazu auf, im eigenen Garten oder im Balkonkasten verschiedene Gemüse- und Obstsorten zu kultivieren. Sie haben dazu mit dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt und der Infostelle Klimagerechtigkeit ein nachhaltiges Gemeinschaftsprojekt entwickelt, das möglichst viele Menschen zum Mitmachen anregen soll. „Wir wollen etwas für den Fortbestand und die Vielfalt des Saatguts tun, das Gott uns Menschen anvertraut hat“, sagt Astrid Faehling vom Frauenwerk in Ostholstein. „Dadurch, dass in der Landwirtschaft nur noch wenige optimierte Sorten zum Einsatz kommen, hat sich die Saatgutvielfalt bereits um etwa 90 Prozent verringert. Früher war es üblich, das Saatgut selbst zu gewinnen.“

Tomatenpflanze „Paulinchen“
[Foto von Katja Hose,
Frauenwerk der Nordkirche]

Die genetische Vielfalt der Pflanzen gewährleistet, dass sich Nutzpflanzen an Faktoren wie Dürre oder Schädlinge anpassen können. „Manche alte Sorten scheinen auf den ersten Blick nicht für perfekte Erträge geeignet zu sein. Doch gerade diese können bei veränderten Klimabedingungen von Nutzen sein“, sagt Mitinitiatorin Waltraud Waidelich vom Frauenwerk der Nordkirche, das Trägerin des Projekts ist. „Dabei ist es wichtig, dass die Saat auch von Jahr zu Jahr in die Erde gelangt.“ Doch dieses Kulturgut droht nun verloren zu gehen. Die Initiative „Mut wächst – Klimabewusstsein erden“ will sich dafür einsetzen, diese Entwicklung umzukehren. Dazu sind u.a. Bildungs-veranstaltungen geplant, um das Wissen, wie Saatgut vermehrt wird, weiterzugeben. Das Projekt wird von der Umweltlotterie Bingo gefördert.

Interessierte, die in ihrem Garten oder auf ihrem Balkon neue Erfahrungen beim Gärtnern sammeln wollen; Vereine und Initiativen, die sich zu diesem Thema mit anderen Aktiven vernetzen wollen, erhalten bei Waltraud Waidelich weitere Informationen:


Download:

Andere Schwerpunkte des Projekts „Klimabewusstsein erden“ sind der Aufbau von Humus und die Schaffung von Lebensraum für Insekten. Dazu gibt es hier – laufend aktualisiert – weitere Informationen.