Es war gut! Und jetzt?

Schöpfungsgeschichte und Klimakrise

von Katja Hose, Frauenwerk der Nordkirche


Keine ist so schön wie Paulinchen! Samtig-weich und zugleich ein wenig kitzlig fühlt es sich an, wenn ich sie berühre. Das Zusammenspiel der Farben, das dunkle Flaschengrün und mit dem zart leuchtenden Gelb, kleidet sie wunderbar. Ich schaue jeden Tag nach ihr. Seit genau sechs Monaten begleitet sie mein Leben.

„Paulinchen“ im August [Foto: Katja Hose]

Paulinchen ist meine Tomatenpflanze. Es ist die erste Tomatenpflanze, die ich nicht auf dem Wochenmarkt gekauft, sondern selber aus einem winzigen Samenkorn gezogen habe. Anfang Februar habe ich sie auf der Frauendelegiertenkonferenz der Nordkirche gepflanzt. Den Wunsch ein praktisches und niedrigschwelliges Projekt zum Klimaschutz ins Leben zu rufen, haben Frauen aus der ganzen Nordkirche bei der Abschlussandacht bekräftigt. Dabei hat jede einen winzigen Tomatensamen in ein kleines Töpfchen Erde gesteckt. Die Saat, die mir zufiel, hatte den Namen Paulinchen.

In meinem Auto zog das Töpfchen von Marne nach Kiel um und fand seinen Platz auf unserem Küchentisch. Ab und zu eine kleine Portion Wasser! Keine Zeit für mehr Zuwendung, das Einräumen der Wohnung war dringlicher.  Ein freudiger Schauer durchfuhr mich, als ich tatsächlich die allerersten winzigen Blättchen auf der braunen Erde entdeckte – kleiner als Stecknadelköpfe. Das soll eine Tomate werden? Na, wenn das man kein Unkräutlein ist, das da so schnell aus dem Nichts auftaucht. Weiter gießen, viel Geduld, dann mein großer Schrecken: die beiden Keimblätter verfärben sich gelb, werden welk, also doch mehr brauner Damen und zu viel Umzug! Das war‘s dann wohl! Auf dem Topf prangte der Aufkleber mit dem Jahresthema der Frauenarbeit – „Mut wächst!“. Paulinchen schien der Mut zum Wachsen verlassen zu haben. Meine Hoffnung sank in den Keller. Diese kleinen gelben Blättchen welkten viele Tage vor sich hin. Sollte ich mehr Wasser geben oder doch lieber weniger? Ich war ratlos und ließ – fast wie zur Beerdigung meines Projektes – etwas Kaffeesatz in das Töpfchen rieseln. Mein Mann trinkt bekanntlich „Lazaruskaffee“, also ein Gebräu, das Tote aufzuerwecken vermag.

„Paulinchen“ im April [Foto: Katja Hose]

Bei Paulinchen klappte es. Mitten in der tiefsten Verunsicherung des Corona-Lockdowns zeigte sie das erste zauberhafte Tomatenblättchen mit den typischen Einkerbungen und einem zarten Flaum auf tiefgrünem Grund. Ich war verzückt. Von da an wuchs mein Mut, mich trotz Corona in dieser Wohnung und dieser Stadt einleben zu können mit jedem Millimeter, den mein Tomatenpflänzchen zulegte. Es kamen kleine Rückschläge. Paulinchen forderte meine Geduld. Um Ostern herum zweifelte ich, ob ich jemals eine Tomate würde ernten können, so winzig war dieses Pflänzchen immer noch, aber darauf kam es mir gar nicht mehr an. Paulinchen war für mich längst mehr geworden als eine Nutzpflanze. Vor einem halben Jahr war es für mich total unvorstellbar, dass aus dem Samenkorn so ein Dschungel von grünen Blättern wachsen würde. Jetzt blüht Paulinchen leuchtend gelb auf unserem Balkon. Eigentlich sollten schon Tomaten zu sehen sein, die sich freundlich röten und ernten lassen. Ich weiß – ich hätte wohl noch mehr ausgeizen sollen. Egal – es geht hier nicht um die Größe meiner Ernte! Hier ist eine Beziehung in mein Leben getreten, die etwas mit Sorge und Verantwortung zu tun hat, nicht nur einseitig, sondern sogar gegenseitig. Diese Pflanze hat dafür gesorgt, dass mein Mut gewachsen ist und meine Hoffnung gestärkt wurde.

Mut zu echten Begegnungen

Klappstuhl-Gespräche in Altholstein

von Chantal Schierbecker, Frauenwerk Altholstein


Mein Mut wächst gerade, so wie Wildkräuter und Stauden in meinem Garten wachsen. Mein Mut zu echten Begegnungen wächst. In den vergangenen Wochen führte ich Telefongespräche mit Frauen aus unserem Kirchenkreis oder traf mich per Videokonferenz mit Kolleg*innen. Das war gut so. Nun denke ich – wir sollten einfach mal wieder reden, im direkten Kontakt sein und einander dabei in die Augen sehen. Deshalb haben meine Kollegin, Pastorin Natascha Hilterscheid, und ich ein kleines Format entwickelt – wir nennen es Klappstuhl-Gespräche.

Chantal Schierbecker
[Foto: Roman Jan Szymura]

Die Idee ist einfach. An zwei Wochentagen laden wir abwechselnd ein zum persönlichen Gespräch im Freien mit den Spielregeln: zwei Klappstühle – zwei Personen – zwei Meter Abstand. Wir möchten miteinander in den Gedankenaustausch gehen über das, was bewegt im Innen und Außen und den Themen Raum geben, die gerade für jede Einzelne bedeutsam sind. Unser Jahresthema der Frauenarbeit „Mut wächst“ ist ein Leitfaden für unsere Gespräche. Mut, Mut behalten, Mut gewinnen, Mut wachsen lassen für die Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen.

Die Idee der Klappstuhl-Gespräche wird inzwischen in einigen Gemeinden unseres Kirchenkreises aufgenommen. Wir freuen uns, wenn an vielen Orten Frauen wieder analog miteinander ins Gespräch kommen – und es einen kleinen Hinweis auf uns Ideengeberinnen aus Altholstein gibt. Fruchtbare Gespräche und wachsenden Mut wünsche ich!

„Mut – was ist das?“

Eine Andacht zum Jahresthema

von Julia Jünemann, Frauenarbeit Plön-Segeberg


Eröffnung: Lasst uns Andacht feiern im Namen Gottes, der Kraft, die uns mit Liebe ins Leben gerufen hat, im Namen Jesu Christi, der in Liebe an unserer Seite steht und im Namen der heiligen Geistkraft, die uns jeden Tag neu mit Liebe erfüllen will. Amen.

Lied: Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut, Str. 1-2 [in: Himmel Erde Luft und Meer Nr. 80 od. Gottesklang Nr. 27]

Austausch mit der Postkarte: Mut wächst! Welche Worte mit Mut fallen mir ein? Welches gefällt mir am besten?1

Impuls: Mut – was ist das? Ein Blick in das Herkunftswörterbuch. Mut kommt aus dem Germanischen und steht ursprünglich für nach etwas trachten, heftig verlangen, erregt sein. Das gemeingermanische Wort bezeichnete die triebhaften Gemütsäußerungen und seelischen Erregungszustände und wurde häufig in Sinne von Zorn verwandt. In späteren Zeiten bezeichnete es den Sinn und die wechselnden Gemütszustände der Menschen. Das englische mood erinnert daran: I’m in a good mood; I’m in a bad mood. Die heute vorherrschende Bedeutung Tapferkeit, Kühnheit setzte sich erst seit dem 16. Jh. stärker durch.

Die ursprüngliche Sprachwurzel zeigt uns: Mut ist nichts, was von außen auf uns zu kommt, sodass wir es einfach annehmen könnten. Mut entsteht tief in uns selbst. Mut braucht innere Bewegung. Mut braucht einen Antrieb, ein Ziel, auf das er sich richten kann und mit dem wir innerlich verbunden sind. Dann kann Mut wachsen.

Ein Blick in die Bibel, in der es viele mutige Menschen gibt, aber das Wort Mut nur selten vorkommt. Im zweiten Korintherbrief lesen wir: „Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi, denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.“ (2. Kor. 12,10)

Darin finden wir „guten Mutes“ als eine Haltung in schweren Zeiten. Ich lasse mich nicht unterkriegen, ich habe Hoffnung. Und gleichzeitig drückt sich die Tapferkeit und Stärke aus, die es angesichts von Nöten, Verfolgungen, Ängsten braucht. Der starke Antrieb, das hohe Ziel, mit dem sich der Mut verbindet und aus dem er sich speist, ist die Nähe zu Jesus Christus. Der Mensch, der mit Jesus verbunden ist, weiß, dass sie oder er auf dem richtigen Platz steht und dass es sich lohnt, dafür mutig zu sein.

Ich wünsche uns diesen Mut auch. Ich wünsche uns Geborgenheit in unserem Glauben und tiefe Überzeugung für unsere Werte. Dies sind die Wurzeln für einen Mut, der dann wächst, wenn er gebraucht wird.

Austausch

Lied: Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut, Str. 3-4 [in: Himmel Erde Luft und Meer Nr. 80 od. Gottesklang Nr. 27)

Gebet: Gott, Du hast uns das Leben geschenkt und siehst voller Liebe in unsere Herzen. Wir bitten Dich, schenk uns täglich neuen Mut für unser Leben und die Sorge um die Menschen, die du uns anvertraut hast. Schenk uns Mut, unserer Schuld ins Gesicht zu sehen und sie vor Dich zu bringen, und schenk uns auch den Mut, auf die zuzugehen, die an uns schuldig geworden sind.  

Gott, wir wissen nicht, was der nächste Tag uns bringen wird. Lass uns nicht den Mut verlieren, wenn wir Verluste erleiden und unser vermeintlich sicheres Leben sich dramatisch verändert. Denn auf Dich können wir trauen. In Dir sind die Liebe und die Kraft, und Du versprichst uns Leben in Ewigkeit. Amen.

Segen: So segne uns Gott mit dem Mut, der aus Gottes Liebe erwächst. Amen.


Download:

  1. Bestellung von Postkarten und anderen Materialien zum Jahresthema – siehe Bildrand ➡

Wo Mut wächst…

Ausgabe Drei

Von Franziska Pätzold, Frauenwerk der Nordkirche


Genau vor einer Woche, am Abend des Gründonnerstag, feierten viele Menschen ein Tischabendmahl oder Agapemahl. Sie gedachten so an Jesu letztes Mahl mit seinen Jünger*innen. In diesem Jahr feierten sie aber, anders als sonst, nicht in Kirchen oder Gemeindehäusern in großer Gemeinschaft, sondern – Corona-bedingt – in den eigenen vier Wänden. Sie taten das allein, in ihrer Hausgemeinschaft, virtuell verbunden mit Freund*innen oder Familienangehörigen. Und viele in der Nordkirche folgten dabei der Einladung des Frauenwerks, dies nicht nur verbunden im Gedenken und im Gebet zu tun, sondern auch in zeitlicher Verbundenheit: um 19 Uhr mit einer kleinen gemeinsamen Liturgie. 1 Und manche haben uns von ihren gedeckten Tischen ein Foto geschickt! Herzlichen Dank dafür! #WoMutWächst

Agapemahl bei Franziska in der Nähe von Rostock
Agapemahl bei Janine in Kiel

An diesem Tisch werde ich in besonderer Weise zu Abend essen. Ich erinnere mich an die letzte Mahlzeit, die Jesus zusammen mit seinen Jünger*innen hielt. Du, Gott, bist meine Mitte und mein Grund. Es ist gut, bei Dir zu verweilen. Vor mir liegen die Tage, in denen ich an Jesu Abschied von diesem Leben erinnere. Öffne mich, stärke mich, erfülle mich mit Deinem Geist. Amen.

Aus „Kleine Hausliturgien zum (Oster-) Sonntag und Gründonnerstag
Agapemahl bei Katja, ebenfalls in Kiel
Agapemahl bei Martina in Pasewalk
  1. „Kleine Hausliturgien. Agapemahlfeier am Gründonnerstag“, Beitrag vom 7. April 2020

Kleine Hausliturgien

Agapemahlfeier für Gründonnerstag und (Oster-) Sonntag

bearbeitet Von Katja Hose und Franziska Pätzold, Frauenwerk der Nordkirche


Brot und Wein
[by Juan Pineda via Pixabay]

Für alle, denen in diesem Jahr die Feier des Tischabendmahls, des Agapemahls o.ä. in ihrer Gemeinde fehlt und für alle, die es einfach mal ausprobieren möchten: Unten auf dieser Seite gibt es als Download eine kleine Liturgie für den „Hausgebrauch“ – eine Agapefeier im Miniformat. Sie kann allein, in der Familie, digital verbunden mit Freund*innen oder einfach als Teil der weltweiten Gemeinschaft der Christ*innen gefeiert werden, die am Abend des Gründonnerstag Jesu letztem Mahl im Kreise seiner Jünger*innen gedenkt.

Wir laden dazu ein, die kleine Hausliturgie am Gründonnerstag um 19 Uhr zu feiern [siehe unten Ablauf 2]. So stellt sich über die geistliche und gedenkende Verbindung auch eine zeitliche ein – zu vielen Menschen in der Nordkirche und darüber hinaus. Wie so viele in dieser Zeit sehnen wir uns nach solcher Gemeinschaft und freuen uns, wenn ihr mit uns geistlich, zeitlich, digital verbunden, Brot und Wein teilt. Und: Wenn ihr mögt, lasst uns an eurer Feier teilhaben. Macht ein Foto von eurem, zum Agapemahl gedeckten Tisch und mailt es an oder teilt es mit uns via Twitter. Dort ist das Frauenwerk zu finden unter mut_waechst. Weitere Informationen dazu gibt es auch unten in den „Kleinen Hausliturgien“.

Behütet
[by Myriam Zilles; via Pixabay]

Wir wünschen euch eine gesegnete Karwoche und einen, vielleicht in diesem Jahr besonders bewussten und festlichen, behüteten Gründonnerstag!

Herzliche Grüße aus dem Frauenwerk der Nordkirche!


Und hier geht’s zum Download:

Fürbitten in der Karwoche

Lass neuen Mut wachsen!

Von Katja Hose, Frauenwerk der Nordkirche


„Das Furchtbarste an dem ganzen Übel aber war die Mutlosigkeit.“ Das schreibt der antike Autor Thukydides im 5. Jahrhundert vor Christus über eine Pest-Epidemie.1 Mut und Ermutigung wachsen heute in der Corona-Pandemie auf vielerlei Weise und wirken den eigenen Gefühlen von Unsicherheit und Angst, die sich unter der Oberfläche oder offensichtlich melden, entgegen. Etwas Hilfreiches und Sinnvolles tun zu können und kreativ zu werden im Widerstand gegen die Krise, stabilisiert uns.

Aber was kann ich tun, wenn ich nichts tun kann?

Beten geht (fast) immer. Es lässt Mut wachsen und verbindet Menschen unsichtbar auch über große Entfernungen hinweg. Weltweit ist Menschenleben in dieser Krise durcheinandergeschüttelt und bedroht. Alle Geschlechter, Altersgruppen und Nationen sind betroffen. Das ist uns bewusst. Wir denken besonders an die Frauen und laden Sie und euch ein, das folgende Gebet so zu erweitern und zu verändern, wie es für Sie und euch gut ist. Es sind sieben Bitten, so dass sich an jedem Tag der Woche eine ganz besonders zu Herzen nehmen lässt. Das Gebet kann unterstützt werden durch eine angezündete Kerze oder eine sich wiederholende Körperbewegung. Mut wächst zum Beispiel auch, wenn wir uns aus einer Verkrümmung in uns selbst aufrichten lassen und Gesicht, Arme und Hände ganz bewusst zum Himmel strecken.

by Decha Huayyai; [via pexels.com]

Montag

Du Frau, allein und einsam fühlst du dich. Du vermisst deine Liebsten, die Berührung der Hand, die Umarmung. Du sorgst dich um deinen Leib und deine Seele. Vielleicht sitzt du in deiner Wohnung, vielleicht liegst du in einem Pflegebett und weißt nicht, was noch kommen wird.

Du Frau, wir sind bei dir in unseren Gedanken und  beten:

Heilige Geistkraft, wir rufen dich an: Schenke Zuversicht und Kraft! Gib der Seele Schutz, stärke unsere Verbundenheit und unseren Kampf für Gerechtigkeit! Lass neuen Mut wachsen!

Dienstag

Du Frau, beherzt tust du deine Arbeit, machst, was jetzt dran ist – im Krankenhaus, in der Pflege, im Labor, an der Supermarktkasse, in der Abfallwirtschaft, in der Energieversorgung. Dein ganzes Wissen und Können setzt du für die Menschen ein, die dir anvertraut sind und gehst dafür bis an deine Grenze.

Du Frau, wir sind bei dir in unseren Gedanken und beten:

Heilige Geistkraft, wir rufen dich an: Schenke Zuversicht und Kraft! Gib der Seele Schutz, stärke unsere Verbundenheit und unseren Kampf für Gerechtigkeit! Lass neuen Mut wachsen!

Mittwoch

Du Frau, dein ganzer Alltag hat sich binnen weniger Tage umgekrempelt, Home-Office und Familienarbeit, ständig bist du gleichzeitig mehrfach gefordert. Deine mühevoll ausbalancierten Strukturen und Regeln geraten ins Wanken. Alte Konflikte, überwundene Rollenmuster und Selbstzweifel brechen sich Bahn. Ungeduld und Wut melden sich zu Wort.

Du Frau, wir sind bei dir in unseren Gedanken und beten:

Heilige Geistkraft, wir rufen dich an: Schenke Zuversicht und Kraft! Gib der Seele Schutz, stärke unsere Verbundenheit und unseren Kampf für Gerechtigkeit! Lass neuen Mut wachsen!

Donnerstag

Du Frau, deine Angst um deine wirtschaftliche Existenz greift nach dir: dein kleines Café in Paris geschlossen, aus der Textilfabrik in El Salvador entlassen, deine Auftritte im Berliner Club abgesagt, Kurzarbeit und kein Ende in Sicht. Du weißt nicht, wie du die Miete zahlen sollst und ob die Finanzspritzen dich wirklich erreichen werden.

Du Frau, wir sind bei dir in unseren Gedanken und beten:

Heilige Geistkraft, wir rufen dich an: Schenke Zuversicht und Kraft! Gib der Seele Schutz, stärke unsere Verbundenheit und unseren Kampf für Gerechtigkeit! Lass neuen Mut wachsen!

Freitag

Du Frau, Gefahr für Leib und Leben sind dir bekannt. Droht dir Gewalt dort, wo alle es am wenigsten erwarten, zu Hause in den eigenen vier Wänden, in der Partnerschaft? Oder hast du die Gewalt des Krieges erfahren, die dich auf die Flucht trieb? Gestrandet und ohne menschenwürdigen Schutz in einem überfüllten Lager. Zusammen mit deinen Kindern suchst du Hilfe und Perspektiven.

Du Frau, wir sind bei dir in unseren Gedanken und beten:

Heilige Geistkraft, wir rufen dich an: Schenke Zuversicht und Kraft! Gib der Seele Schutz, stärke unsere Verbundenheit und unseren Kampf für Gerechtigkeit! Lass neuen Mut wachsen!

Sonnabend

Du Frau, mutig hast du Verantwortung übernommen – in der Politik und Gesellschaft. Du willst klug handeln und Leben schützen, aber in dieser Zeit ist es so schwer zu entscheiden, was richtig und hilfreich ist. Die Angst zu versagen, treibt dich um. Wie kann Solidarität gestärkt und egoistisches Machtdenken entlarvt werden? Was dient dem Frieden? Das fragst du dich.

Du Frau, wir sind bei dir in unseren Gedanken und beten:

Heilige Geistkraft, wir rufen dich an: Schenke Zuversicht und Kraft! Gib der Seele Schutz, stärke unsere Verbundenheit und unseren Kampf für Gerechtigkeit! Lass neuen Mut wachsen!

Sonntag

Du Gott, verwundbar wie wir Menschen bist du geworden – als Kind in der Krippe als Leidender am Kreuz, bist dem Tod nicht ausgewichen, sondern konsequent den Weg der Liebe gegangen, hast die gekrümmte Frau aufgerichtet, den Aussätzigen geheilt, und schickst uns deine Geistkraft, damit wir den Mächten des Todes widerstehen.

Du Ewige, wir sind bei dir in unseren Gedanken und beten:

Heilige Geistkraft, wir rufen dich an: Schenke Zuversicht und Kraft! Gib der Seele Schutz, stärke unsere Verbundenheit und unseren Kampf für Gerechtigkeit! Lass neuen Mut wachsen!

Amen.

  1. In Klaus Bergdolt, „Die Pest“, München 2006, S.22

Wo Mut wächst…

Ausgabe Zwei

Diese Woche landeten Fotos von ganz besonderen „MUT-Steinen“ im virtuellen Postkasten des Jahresthema-Blog, dazu ein paar erMUTigende Worte und eine Anleitung, um anderen MUT zu machen. Vielen Dank nach Altholstein und viel Freude allen beim Ausprobieren!


von Natascha Hilterscheid, Frauenwerk Altholstein

Liebe Frauen*, ich möchte euch dazu einladen, euch selbst und andere zu erMUTigen. Das Jahresthema des Frauenwerks lautet derzeit „Mut wächst“. Diese Botschaft können alle gut gebrauchen. Mut ist getragen von Hoffnung. Mut ist nicht das Gegenteil von Angst, sondern die Erkenntnis, das etwas anderes wichtiger ist: Glauben, Hoffnung und Liebe! „Mut wächst“. Tragt diese Botschaft hinaus!

Zum Beispiel so:

Sammelt Steine und bemalt sie mit dieser Ermutigung. Danach könnt ihr die Steine dort ablegen, wo sie gefunden werden können. Im Einkaufswagen, auf dem Fußweg oder gezielt vor einer Haustür!

Vielleicht treffen die Worte auf eine Seele, die eine Ermutigung braucht. Vielleicht tut es euch selbst gut, die Worte „Mut wächst“ mehrfach zu schreiben. Und vielleicht ist auch das Verteilen der Steine ermutigend und stärkend. Denn wir spüren dabei unsere Verbundenheit trotz des notwendigen Abstands!

Ihr benötigt Steine, Acrylfarbe oder Eddingstifte. Ich habe mich an das Design des Jahresthemas gehalten und daher die Farben „Magnet“ und „Grün“ verwendet. Auf der Rückseite der Steine habe ich die Homepage www.morgen-war-alles-gut.de angegeben, damit die Finder_innen den Hintergrund der Botschaft erfahren können. [Das Jahresthema-Blog ist auch erreichbar unter www.mut-waechst.de; Anm. FP] Lasst euch erMUTigen und erMUTigt andere!

Herzliche Grüße, Pastorin Natascha Hilterscheid

Info zur „Ostersteine“-Aktion:

Eine ähnliche Aktion startete auch Kirche im Dialog in „vor-Corona-Zeiten“. Die Idee war, Steine mit der Osterbotschaft zu bemalen, diese dann aus dem Ostergottesdienst hinaus in die Welt zu tragen und dort abzulegen, wo sie von anderen gefunden werden können. Ostergottesdienst feiern geht in diesem Jahr nur digital (#StärkerAlsDerTod), aber Steine bemalen und anderen zum Finden schenken geht auch noch ganz analog und schenkt wahrscheinlich mehr Mut und Hoffnung als das gängige Schokoladen-Osterei. Ich hätte trotzdem gerne beides! 🙂 [FP]

Wo Mut wächst…

Ausgabe Eins

zusammengestellt Von Franziska Pätzold, Frauenwerk der Nordkirche


Dieser Tage flattern mir von allen Seiten digitale Mut- und Hoffnungsbotschaften ins Haus – aus den Frauenarbeiten und -werken und den Kirchenkreisen der Nordkirche. Unten gibt es eine erste Auswahl zum Mitfreuen, Hoffen, Mutig-sein und Sich-trösten-lassen.

StreetArt in Altholstein

StreetArt aus dem Frauenwerk Altholstein
Chantal Schierbecker, Frauenwerk Altholstein

Chantal Schierbecker schreibt dazu: „Vor dem Haus einer Freundin malten die Kinder mit Straßenkreide einen Regenbogen auf den Bürgersteig, um Menschen glücklich zu machen. Diese tolle Idee haben meine Töchter und ich aufgegriffen, wir wollten unsere Nachbarschaft aufmuntern, natürlich mit dem Jahresthema der Frauenarbeit „Mut wächst – bleibt gesund!“

WallArt in Rendsburg-Eckernförde

Claudia Heynen, Pastorin an St. Jürgen in Rendsburg, beschreibt Wände von kirchlichen Gebäuden…
…mit Bibelzitaten! #wort_tat #WallArtRendsburg 🙂

Claudia Heynen schreibt dazu: „Dieses Bibelwort steht seit gestern – mit Kreide angeschrieben – an einem unserer kirchlichen Gebäude. Es ist Teil einer kleinen Aktion mit Bibel- und Segensworten auf unseren Gebäuden, mit denen wir in St. Jürgen den Menschen in unsere analogen und virtuellen Nachbarschaft Mut und Hoffnung machen wollen. Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, findet davon auch dort immer mehr Spuren unter #wort_tat. Die St. Jürgener Wort-Taten sind im Übrigen auch bei einem Spaziergang durch die Ahlmannstraße zu sehen, zumindest erstmal solange, wie weiter die Sonne scheint, denn Kreide und Wasser vertragen sich nicht so gut.“

In Schleswig-Flensburg ist nicht alles abgesagt…

… und noch mehr Mut-machendes und Tröstliches aus dem Regionalzentrum des Kirchenkreises Schleswig-Flensburg!

Vielen Dank! Tut gut, sieht gut aus und macht Mut!! 🙂